Samstag, 7. Mai 2016

Rezension #17 ~ "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

Hallo meine Lieben 
Endlich gibt es mal wieder eine Rezension bei mir, meine Leseblockade scheint einigermaßen überwunden. Gern würde ich euch heute einen Spannungsroman vorstellen, der mich berühren und erschüttern konnte.

* * * * *


"Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

Taschenbuch | 340 Seiten
Diana Verlag
Erstmals als Paperback bei Blessing erschienen
Erschien erstmals im September 2012

ISBN 9783453357655
8,99€ [D] | 9,30€ [A]

Interessante Links:
Das Buch auf der Verlagsseite
Die Homepage der Autorin
Die Autorin bei Facebook

Zwangsgedanken: Wikipedia-Artikel




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Marie ist eine junge Frau, arbeitet als Erzieherin in einem Kindergarten und musste vor Kurzem einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Während sie versucht all die Erinnerungen zu verarbeiten, suchen sie plötzlich beängstigende Gedanken heim. 
In ihrem Kopf formen sich Mordfantasien, die sich so real anfühlen und so detailliert sind, dass es Marie Angst macht. Sie versucht es zu verbergen, versucht es zu verdrängen, doch das macht alles nur noch schlimmer. Bald lebt sie in ständiger Angst, dass sie all diese Fantasien tatsächlich eines Tages in die Tat umsetzen könnte. 
Als sie dann eines Morgens blutüberströmt neben ihrem Partner aufwacht, ist ihr größter Albtraum wahr geworden. Doch sie kann sich ans nichts erinnern. 
Sie wird in die forensische Psychiatrie eingeliefert und versucht verzweifelt ihre Erinnerungen wieder zu erlangen. Doch ist tatsächlich alles so geschehen, wie es ihr alle weismachen wollen?

Mit "Alles muss versteckt sein" ist Wiebke Lorenz ein spannender Roman gelungen, von dem ich etwas anderes erwartet hatte, der mich jedoch trotzdem mitreißen und unterhalten konnte. 
Wir kennen das doch alle. Manchmal würde man jemandem in seinem Umfeld gern den Hals umdrehen. Wir rütteln gefühlt zehn Mal an der Tür, um zu prüfen ob sie auch wirklich abgeschlossen ist. Was für viele von uns völlig unbedeutend ist und den Meisten schon gar nicht mehr auffällt, ist für viele andere Menschen die seelische Hölle. Denn ohne das zehnte Mal an der Tür zu rütteln, können sie nicht gehen. Ohne das dritte Mal die Hände gewaschen zu haben, fühlen sie sich unvollständig, werden unruhig. 
Die Protagonistin Marie entwickelt nach einem Schicksalsschlag Zwangsgedanken, die sie immer häufiger beherrschen. Vor ihrem inneren Augen formen sich Bilder, in denen sie ihrem Gegenüber ein Messer in den Bauch rammt oder eine zerbrochene Flasche über den Schädel zieht und sie kann nichts gegen diese Gedanken tun. Sie hat Angst das Haus zu verlassen, sie hat Angst das sie eines Tages diese schrecklichen Gedanken in die Tat umsetzt. Und dann passiert es. Sie wacht neben ihrem toten Freund auf, sein Blut klebt an ihrem Körper, das Messer in ihrer Hand. 
Doch sie kann sich an nichts erinnern. 
Mich hat diese Geschichte sofort gepackt. Maries Schicksal hat mich direkt im Herzen bewegt. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen (ohne das das jetzt Rückschlüsse auf mich ziehen lässt ;-)) und wollte ihr so gern helfen. 
Ich fand die gesamte Thematik der Zwangsgedanken unheimlich spannend und interessant - auch wenn ich nicht beurteilen kann, in wie weit das tatsächlich der Realität entspricht - und habe danach mal bei mir selbst darauf geachtet, was man eigentlich den lieben langen Tag so "zwanghaft" macht. Das ist teilweise schon erschreckend. 

Ich möchte inhaltlich gar nicht mehr verraten, da das einfach zu viel verraten würde. 
Die Handlung ist interessant und macht neugierig. Man möchte das Schicksal von Marie verfolgen und herausfinden, was tatsächlich passiert ist. Ich mochte Marie und auch die vielen Nebenfiguren waren toll ausgearbeitet, jeder hatte seine Ecken und Kanten und es waren interessante Charaktere dabei. 

Anfangs habe ich erwähnt, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Denn das Buch wartet nicht mit einer "thrillermäßigen" Spannung auf. Es ist diese unterschwellige Neugier auf die Auflösung, die meiner Meinung nach den Leser in der Geschichte voran treibt. Es ist eher ein psychologischer Spannungsroman, als ein Thriller. Aber dennoch hat mich die Geschichte gefesselt und auch berührt. 
Es war eine Mischung aus Verzweiflung und Depression, Marie steht kurz davor sich aufzugeben, und eben dieser Hoffnung und der Suche nach Antworten. 

Ich kann euch "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz nur empfehlen.
Eine beeindruckende Protagonistin, eine interessante Handlung mit vielseitigen Nebenfiguren und eine Thematik, die man nur zu gut auf sich selbst übertragen kann und wo es sich lohnt auch nach dem Buch noch weitere Nachforschungen zu betreiben. :) 

* * * * *
Kennt ihr das Buch?
Wie hat es euch gefallen?

Wünsche euch einen tollen Tag. 
Alles Liebe, eure Jacky 

Kommentare:

  1. Hallo Jacky,
    eine gute Rezi, vielen Dank dafür. Du hast mich neugierig gemacht. Das Buch kam gleich mal auf die WuLi.
    Liebe Grüße Karin

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    1. Hallo Karin ♥
      Dankeschön :)
      Das freut mich doch sehr, dass ich dich neugierig machen konnte.
      Liebe Grüße
      Jacky ♥

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  2. Ich kenne das Buch und fand es richtig gut!!!! ich habe auch Wiebke Lorenz zweiten Thriller gelesen, den ich ebenfalls super fand (bis auf eine Stelle, die viele echt übel fanden!...also grausam....). Ich freue mich schon sehr auf ihren nächsten Thriller, den ich definitv wieder lesen werde!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina ♥
      Ihr zweiter Thriller steht auch schon weit oben auf meiner Wunschliste. Und von der besagten Stelle habe ich bereits gelesen, bin dann mal gespannt was ich beim Lesen davon halten werde. An sich konnte ich die Anfeindungen gegen die Autorin auf Grund dieser Szene wirklich nicht verstehen...
      Liebe Grüße
      Jacky ♥

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Hallo :)
Schön, dass du vorbeischaust. Lass mir doch gern deine Meinung da.
Liebe Grüße
Jacky ♥