Montag, 25. Januar 2016

Pen&Paper ~ Wie ich dazu gekommen bin und was es mir bedeutet


Hallo meine Lieben ♥

Ich möchte euch endlich mal mein anderes Hobby vorstellen: Pen&Paper
Was das ist könnt ihr hier nachlesen. 

Heute möchte ich euch erst einmal erzählen, wie ich überhaupt dazu gekommen bin und was es zur Zeit für mich bedeutet. 

* * * * * * * * * *
Ich bin durch meine bessere Hälfte an dieses Hobby gekommen. 
Als mein Freund und ich uns vor fast 4 Jahren an der Buchhändlerschule kennengelernt haben, hatte ich vorher noch nie von "Pen&Paper" gehört. Ich war mir nicht mal bewusst, dass es Menschen gibt die das machen. 
Während der Zeit an der Buchhändlerschule haben mein Freund und ich uns dann ausführlich darüber unterhalten - bzw. er hat mir davon erzählt und ich habe zugehört. *lacht*
Am Ende des Blockunterrichts war mein Kopf voll mit neuen Infos über ein Hobby, von dem ich bislang noch nichs gehört hatte und von dem ich mir auch bis dahin noch nicht vorstellen konnte, dass es etwas für mich sein könnte. 
An einem Tisch sitzen und eine Elfe (hier nur als Beispiel) spielen. Das alles nur mit ein paar Blatt Papier, einem Stift und meiner Phantasie? Wie soll das denn funktionieren und was soll daran Spaß machen? 

Einige Zeit danach hatte ich dann meine Feuertaufe und die ging völlig daneben. 
Wie ich nun mal so bin, habe ich mich selbst völlig unter Druck gesetzt. Natürlich wollte ich meinen Freund beeindrucken und wollte "perfekt" in dieses neue Hobby einsteigen. 
Allerdings waren meine Selbstzweifel und mein fehlendes Selbstwertgefühl noch tiefer im Keller, als jetzt und ich konnte einfach nicht raus aus meiner Haut. Also war der erste Abend Pen&Paper für mich die absolute Katastrophe, weil ich mir selbst im Weg stand. 
Mein Freund hat sich so viel Mühe gegeben und ich saß da, fing an zu weinen und war wütend auf mich selbst, weil ich nicht im Stande war über meinen Schatten zu springen. Und um was zu tun? Richtig: Einfach nur beschreiben was ich mache und laut aussprechen, was mein Charakter sagen will. Mehr ist es nicht gewesen. 
Tja... 

Bis zu meinem nächsten Ausflug in die Pen&Paper-Welt hat es dann ein wenig gedauert. Mein Freund erzählte mir weiterhin alles Mögliche und ich bekam langsam eine Idee davon, wie all das funktionierte. Und vor allem was es bedeuten kann und was es mit einem selbst anstellen kann.
Es war DIE Möglichkeit aus sich herauszukommen und über sich selbst hinauszuwachsen - für einen Moment. Für einen Abend. 

Dann kam Wechselbalg. 
"Wechselbalg - Der Traum" ist ein Pen&Paper-System, welches in der sogenannten World of Darkness angesiedelt ist, in der auch noch weitere Rollenspielsysteme spielen.
In Wechselbalg geht es um die Mythen rund um Feen. Das mag nun zwar sehr nett und putzig klingen, doch die Welt heißt nicht umsonst "Welt der Finsternis" ;) 
Wir drei - mein Freund, unser Freund und Spielleiter Frank und ich - spielen unsere Wechselbalg-Runde über Google-Hangout live.
Wenn ihr mal reinschauen möchtet: *klick zur Youtube-Playlist*  

In dieser Runde spiele ich Theresa Shaw, ein junge Frau die in New York lebt und Psychologie studiert. Eigentlich führt sie ein völlig normales Leben, bis sie eines Tages zu einem Notar eingeladen wird und dort auf Corvo Stevens trifft (der ebenfalls dorthin eingeladen wurde). Beide erben von einem ihnen unbekannten Mann eine Buchhandlung und diverse Kleinigkeiten. Sie sollen 1 Jahr und 1 Tag dort zusammen arbeiten und leben...
Auch wenn keiner von beiden weiß wie ihnen geschieht, gehen sie das ungewöhnliche Erbe ein und finden sich bald am Neverwhere Plaza wieder. Einem kleinen Hof, mit vielen kleinen Geschäften und Wohnungen. Alles hier scheint "magisch" (im weitesten Sinne) und fernab vom New Yorker Alltag. 
Die beiden erfahren, dass sie Feen sind und eine Feenseele in sich tragen. 
Theresa ist eine so genannte Sidhe (wie das Englische She ausgesprochen), eine Hohe Fee. 
Corvo ist ein Satyr (ja, der mit Ziegenbeinen und Hörnern). 
Und von da an nehmen dann die Irrungen und Wirrungen ihren Lauf. 

Ich liebe diese Runde. Ich liebe die Welt, die Idee hinter der Welt und vor allem liebe ich die Art und Weise wie Frank uns diese Geschichte erzählt und wie wir ein Teil darin sein dürfen. 
Jedes Mal wenn wir Wechselbalg spielen tauche ich ab in eine vollkommen andere Welt und für ein paar Stunden kann ich Theresa Shaw sein. Ich kann all meine Problemchen, Ängste, Sorgen - alles was mich nervt und stört - abstreifen und in Theresas Haut schlüpfen. Dort kann ich mich austoben, kann Dinge sagen, die ich - als Jacky - niemals sagen würde. [Auch wenn Theresa einiges von mir abbekommen hat *lacht*]
Und ich liebe es mit meinem Freund zusammen diese Abenteuer zu erleben und mit ihm, als Corvo, durch diese Welt zu laufen. Rätsel zu lösen, Kämpfe zu führen, diplomatische Gespräche zu führen (die meistens aus dem Ruder laufen *grinst*) oder einfach unsere Buchhandlung zu führen und die strahlenden Kinder beobachten, die sich bei uns Bücher aussuchen und ein Stück Kuchen essen.
Und all das... passiert nur in unserer Phantasie. Wir sitzen in Wirklichkeit alle drei vor unseren Computern und erzählen uns all das nur mit Worten und doch wird die Welt dadurch so lebendig, dass ich alles was im Hier und Jetzt passiert ausblenden kann. 

Danke euch zwei - falls ihr das lesen solltet - dafür! 
Ihr glaubt gar nicht, wie viel mir diese Runde und vor allem Theresa und Corvo mittlerweile bedeuten. Auch wenn ich das vielleicht nicht immer so vermitteln kann. 
Diese Runde gibt mir so unendlich viel und wenn ich mir das allererste Video anschaue und meine Unsicherheit sehe, dann bin ich ebenso dankbar dafür, dass unsere Runde und generell Pen&Paper mich zumindest ein Stück weit von meinen Selbstzweifeln befreien konnte. 

Und damit wären wir auch schon bei dem was Pen&Paper mir bedeutet. 
Noch ganz kurz: Die einzelnen Runden und Charaktere die ich momentan spiele (auch Wechselbalg) werde ich euch noch einmal einzeln und ausführlich vorstellen. Mittlerweile habe ich schon einige Dinge (bei weitem noch nicht alles) ausprobiert und kann euch da ein wenig von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. :-) 

So. Was bedeutet mir Pen&Paper?
Ich bin ein sehr selbstzweifelnder Mensch! Ich zweifel an allem was ich tue und bin mit mir selbst eigentlich nie zufrieden. Sowohl rein äußerlich, als auch von meinen Handlungen. Ich stelle alles an mir in Frage. Selbst eine Scheibe Toastbrot hat vermutlich mehr Selbstvertrauen als ich... 
Klingt witzig. Ist aber mein voller Ernst. 

Als ich anfing Pen&Paper zu spielen hat mein Freund mir immer wieder versichert: "Das wird dir gut tun! Du kannst dadurch aus dir rauskommen!" 
Er hatte Recht! Wie so oft! 
Durch das Spielen von Pen&Paper habe ich auf mich selbst eine ganz andere Sichtweise bekommen. Während wir spielten konnte ich - wie oben bereits erwähnt - alles von mir selbst abstreifen und in völlig andere Rollen schlüpfen. Ich konnte ausgeflippt sein (meine kleine Gnomin), ich konnte fies und arrogant sein (meine Elfen-Waldläuferin), ich konnte übrzeugend und angsteinflößend sein (Theresa Shaw)... und noch so vieles mehr.
Und all das wirkte sich auch auf meine wahre Persönlichkeit aus - auf mich als Jacky. 
Ich habe mich durch andere Augen sehen können. Für meine Rolle als Theresa bekam ich von unseren Zuschauern viel Zuspruch. Die Leuten finden sie toll und fiebern mit der Geschichte mit und das gab mir wiederum (als Jacky) auch das Gefühl endlich etwas richtig zu machen. 
Mein Selbstvertrauen wuchs. Ich traute mich öfter auch mal Dinge laut auszusprechen. 
Zwar mag mein Selbstwertgefühl noch nicht auf dem Level angekommen sein, wie es normal und gesund wäre - aber durch Pen&Paper komme ich dem immer ein Stück näher. 

Und was noch viel wichtiger ist: Ich verbringe Zeit mit Freunden und lerne dadurch sogar neue Leute kennen. 
Ob in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium. Ich hatte nie wirklich Freunde. Dadurch das ich kaum ein Selbstwertgefühl aufzuweisen hatte, habe ich mich auch nie getraut Leute kennenzulernen. Dementsprechend war ich immer viel allein. 
Durch Pen&Paper habe ich viele nette Menschen kennengelernt und bin dafür so dankbar... 

Pen&Paper ist ein so soziales Spiel und es ist einfach schön mit Gleichgesinnten einen Rollenspielabend/-wochenenende zu verbringen. Man spielt gemeinsam, erlebt Abenteuer am Wohnzimmertisch, man lacht sehr viel, man weint vielleicht auch mal, man gruselt sich und man fiebert mit. Man schweift zwischendurch ab und unterhält sich ganz normal über Gott und die Welt und jede Menge Nerdkram. Man isst zusammen, knabbert viel Süßkram und hat einfach eine tolle Zeit mit seinen Freunden. 
Klingt fast wie ein Werbespot... aber genau so wie ich es euch beschrieben habe ist es [zumindest in unseren Runden]. 
Und das liebe ich so daran! Auch wenn ich das vielleicht nicht immer zeigen kann! 

Ich hoffe, dass ich euch ein kleines bisschen neugierig machen konnte und ihr auch die folgenden Beiträge mit Interesse verfolgen werdet. Ich würde mich auf jeden Fall freuen. 
Und vielleicht hat der ein oder andere ja Lust bekommen das ganze auch mal auszuprobieren. :) 

* * * * * * * * * *
Habt ihr schon mal von Pen&Paper gehört?
Was haltet ihr davon?
Wenn ihr es bereits kanntet? Was bedeutet es euch? Warum spielt ihr es?
Wie seid ihr dazu gekommen?

Lasst uns plauschen! 
Alles Liebe, eure Jacky ♥

P.S.: Ohne den besten Mann der Welt wäre ich nie auf dieses Hobby gestoßen und ohne ihn wäre ich schon längst an mir selbst zerbrochen! 
Ich bin so froh das ich dich habe! 
Danke, dass du mir eines der schönsten Hobbys gezeigt hast! ♥

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Liebe Grüße
Jacky ♥